BH-Größen richtig messen: Der ultimative Guide für eine perfekte Passform

BH-Größen richtig messen: Der ultimative Guide für eine perfekte Passform

Die Suche nach dem perfekt sitzenden Büstenhalter gleicht für viele Frauen einer Odyssee. Die Ursache für unbequeme Träger, einschneidende Bügel oder ein verrutschen des BH liegt oft in einer falschen Größe. Studien zeigen, dass ein Großteil aller Frauen keine korrekt passende BH-Größe trägt. Doch das muss nicht sein. Dieser umfassende Guide führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess des korrekten Messens, erklärt die Hintergründe der Größenzuordnung und gibt Ihnen wertvolle Tipps, um endlich Ihren Wohlfühl-BH zu finden. Denn ein richtig sitzender BH ist nicht nur ein Komfortgewinn, sondern auch essentiell für die Gesundheit Ihres Rückens und Ihr Selbstbewusstsein.

Warum die richtige BH-Größe so wichtig ist

Ein schlecht sitzender Büstenhalter ist mehr als nur ein kleines Ärgernis. Er kann zu einer Reihe von körperlichen Beschwerden führen. Einschneidende Träger und Seitenteile verursachen Schmerzen in den Schultern und Rücken, während ein zu kleiner Cup die Brust presst und die Lymphzirkulation behindern kann. Ein zu großes Band bietet keine ausreichende Stütze, was auf Dauer die Bänder des Busens überdehnen und zu frühzeitiger Erschlaffung führen kann. Abgesehen von den gesundheitlichen Aspekten, formt ein perfekt passender BH die Silhouette unter der Kleidung, lässt Sie aufrechter gehen und verleiht ein sicheres Gefühl. Die Investition in die richtige Größe ist daher eine Investition in Ihr Wohlbefinden.

Das benötigen Sie für die perfekte Messung

Bevor Sie beginnen, halten Sie zwei Dinge bereit: Ein flexibles, aber nicht dehnbares Maßband (ein Schneiderbandmaß ist ideal) und einen nicht gepolsterten, optimalerweise bereits gut passenden BH. Tragen Sie diesen während der Messung, da er die Brust in ihre natürliche Position bringt. Stehen Sie gerade, aber entspannt, vor einem Spiegel. Die Arme sollten locker an der Seite hängen. Atmen Sie normal und vermeiden Sie es, die Brust künstlich anzuheben oder einzuziehen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So messen Sie korrekt

Schritt 1: Den Unterbrustumfang ermitteln

Dies ist die Basis für die Bandgröße. Führen Sie das Maßband direkt unter Ihrer Brust, entlang der Brustfalte, um Ihren Oberkörper. Stellen Sie sicher, dass das Band komplett waagerecht und parallel zum Boden verläuft. Es sollte straff anliegen, aber nicht einschneiden oder die Haut eindrücken. Atmen Sie normal aus und lesen Sie den Wert in Zentimetern ab. Notieren Sie diese Zahl. Beispiel: 78 cm.

Wichtiger Hinweis: Der gemessene Wert in Zentimetern ist nicht direkt Ihre Konfektions-Bandgröße (wie 75 oder 80). Er ist der Ausgangspunkt für eine Berechnung oder Rundung, die je nach Hersteller variiert.

Schritt 2: Den Brustumfang ermitteln

Jetzt messen Sie den vollen Umfang Ihrer Brust. Legen Sie das Maßband dafür locker um den vollensten Teil Ihrer Brust, üblicherweise auf Höhe der Brustwarzen. Das Band sollte dabei weder einschneiden noch abrutschen. Es muss gerade und parallel zum Boden verlaufen. Achten Sie darauf, dass Sie nicht tief einatmen, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Messen Sie wiederum beim normalen Ausatmen. Notieren Sie auch diesen Wert. Beispiel: 94 cm.

Schritt 3: Die Körbchengröße berechnen

Subtrahieren Sie nun den Unterbrustumfang vom Brustumfang. Die daraus resultierende Differenz in Zentimetern bestimmt Ihre Körbchengröße.

Berechnung: Brustumfang (94 cm) – Unterbrustumfang (78 cm) = Differenz (16 cm).

Diese Differenz wird nun anhand einer Größentabelle in einen Buchstaben umgesetzt. Hier beginnt die erste große Herausforderung, denn es gibt keine weltweit einheitliche Tabelle.

Die Größentabellen: Ein Dschungel aus Systemen

Die Zuordnung der Zentimeter-Differenz zu einem Körbchenbuchstaben variiert stark zwischen Ländern und sogar zwischen Marken. Eine Differenz von 15 cm kann in einem System Körbchen B, in einem anderen bereits Körbchen C bedeuten.

Die deutsche/internationale Größentabelle (häufige Richtwerte)

Diese Tabelle dient als grobe Orientierung im deutschsprachigen Raum und vielen europäischen Ländern. Die Übergänge sind fließend und können um +/- 1 cm abweichen.

  • Differenz 12-13 cm: Körbchen A
  • Differenz 14-15 cm: Körbchen B
  • Differenz 16-17 cm: Körbchen C
  • Differenz 18-19 cm: Körbchen D
  • Differenz 20-21 cm: Körbchen E (DD in manchen Systemen)
  • Differenz 22-23 cm: Körbchen F (E in manchen Systemen)
  • Differenz 24-25 cm: Körbchen G (F in manchen Systemen)

Für unser Beispiel (16 cm Differenz) ergäbe sich nach dieser Tabelle vorläufig ein Körbchen C.

Die Bandgröße bestimmen: Mehr als nur Runden

Nun zur Bestimmung der Zahl (z.B. 75, 80, 85). Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass der gemessene Unterbrustumfang von 78 cm einfach auf 80 aufgerundet wird. Dies ist eine vereinfachte Methode, die nicht für alle passt.

Praktikable Methode (Vereinfachung): Bei geraden Maßen (70, 80, 90) kann die gemessene Zahl oft direkt übernommen werden. Bei ungeraden oder dazwischenliegenden Werten wird häufig auf das nächsthöhere 5-cm-Intervall aufgerundet (78 cm → 80).

Häufig verwendete Formel (traditionell): In vielen Fachgeschäften wird ein Korrekturwert von 10-15 cm addiert, da das BH-Band dehnbar ist und so der tatsächliche Unterbrustumfang ausgeglichen wird. Die Formel lautet dann: Gemessener Unterbrustumfang + (10-15 cm). Dieses Ergebnis wird dann auf die nächste gerade 5er-Zahl gerundet.

Beispiel: 78 cm + 12 cm = 90 cm → aufgerundet/gerundet auf Bandgröße 90.

Wichtig: Diese traditionelle Formel führt oft zu einem zu lockeren Band. Der moderne Trend geht hin zu einer festeren, tragenden Bandgröße, die näher am tatsächlichen Unterbrustumfang liegt. Daher ist die erste Methode (78 cm → 80) heute oft passender.

Für unser Rechenbeispiel ergeben sich somit zwei mögliche Größen, je nach Methode:

Methode 1 (modern): 78 cm → Band 80, Differenz 16 cm → Körbchen C. Größe: 80C

Methode 2 (traditionell): 78 cm + 12 cm = 90 → Band 90, Differenz 16 cm → Körbchen C. Größe: 90C

Das zeigt deutlich, warum pauschale Ratschläge nicht funktionieren. Die Bandgröße 90C hat ein viel weiteres Band als 80C, bei theoretisch gleichem Körbchenvolumen.

Der entscheidende Faktor: Die Herstellervarianz

Dies ist die wichtigste Erkenntnis auf der Suche nach dem perfekten BH: Es gibt keine universell gültige BH-Größe. Eine 80C von der Marke Hunkemöller kann sich in der Passform deutlich von einer 80C der Marke Triumph oder einer 80C von Calida unterscheiden. Jeder Hersteller nutzt leicht abweichende Schnittmuster, Größentabellen und Materialien. Einige Marken fallen größer, andere kleiner aus. Deshalb ist die in der Selbstmessung ermittelte Größe immer nur ein Startpunkt für die Anprobe.

Die beste Vorgehensweise: Besuchen Sie die Website Ihrer Wunschmarke. Viele Marken bieten heute eigene, detaillierte Messanleitungen und individuelle Größentabellen an. Orientieren Sie sich primär an diesen herstellerspezifischen Angaben.

Über die Maße hinaus: Brustform und Schnittwahl

Zwei Frauen mit identischer BH-Größe 80C können völlig unterschiedliche Brustformen haben. Die Form ist mindestens genauso wichtig wie die Größe. Sind die Brüste eher seitlich angeordnet oder stehen sie nah beieinander? Ist das Volumen oben oder unten konzentriert? Sind sie eher schmal oder breit am Ansatz?

Die richtige Wahl des BH-Schnitts ist hier der Schlüssel:

Vollschalen-BH: Umschließt die Brust komplett, bietet viel Form und Halt. Ideal für größere Volumina.

Balconette-BH: Tief ausgeschnitten, formt eine natürliche, runde Silhouette und betont das Dekolleté. Oft mit geradem, verstellbarem Trägerabstand.

Bügel-BH: Der Klassiker mit Bügeln für Form und Halt.

Bügelloser BH: Bietet hohen Komfort, oft mit weicher Polsterung. Geeignet für kleinere bis mittlere Volumina.

Push-up BH: Erhöht das Volumen und schiebt die Brüste zusammen, für mehr Dekolleté.

Probieren Sie verschiedene Schnitte an, um zu sehen, welcher Ihrer individuellen Brustform am besten schmeichelt und den gewünschten Halt bietet.

Anprobe-Checkliste: Woran erkenne ich den perfekten Sitz?

Nehmen Sie mehrere Größen und Schnitte in die Kabine. So finden Sie durch Vergleich den Besten.

  1. Das Band: Es sollte waagerecht und straff (aber nicht schmerzhaft) unter der Brust sitzen. Sie sollten maximal zwei Finger flach zwischen Band und Rücken schieben können. Es darf nicht nach oben rutschen, wenn Sie die Arme heben.
  2. Die Körbchen: Die Brust muss vollständig vom Stoff umschlossen sein. Es gibt kein „Überquellen“ oben oder an den Seiten („Doppelbrust-Effekt“). Die Brustwarze sollte etwa auf halber Höhe zwischen Trägeransatz und tiefstem Punkt des Bügels sitzen.
  3. Der Steg: Der verbindende Teil zwischen den beiden Körbchen (bei Bügel-BHs) muss flach auf dem Brustbein aufliegen.
  4. Die Träger: Sie dürfen nicht einschneiden oder von den Schultern rutschen. Sie sollten nur etwa 20% der Stützarbeit leisten – den Großteil übernimmt das Band.
  5. Die Bügel: Sie müssen komplett hinter dem Brustgewebe entlanglaufen und enden in der Achselhöhle, ohne in die Brust oder in die Seite zu stechen.

Wann Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollten

Eine professionelle BH-Beratung in einem Fachgeschäft ist unschlagbar. Geschulte Verkäuferinnen nehmen nicht nur korrekte Maße, sie erkennen auch Brustformen, beraten zu geeigneten Schnitten und kennen die Besonderheiten der von ihnen geführten Marken. Diese Beratung ist in der Regel kostenlos und spart Ihnen langfristig Zeit, Geld und Frust. Zögern Sie nicht, dieses Angebot wahrzunehmen – auch wenn Sie sich vorher selbst gemessen haben.

FAQ – Häufige Fragen zum BH-Messen

Wie oft sollte ich meine BH-Größe neu messen?

Mindestens einmal im Jahr, besser alle sechs Monate. Hormonelle Veränderungen, Gewichtsschwankungen (sogar +/- 3 kg können einen Unterschied machen), Schwangerschaft, Stillzeit oder die Einnahme der Pille können die Brustgröße und -form verändern.

Stimmt meine Größe, wenn ich zwischen zwei Körbchengrößen liege?

Ja, das ist sehr häufig der Fall. Probieren Sie in diesem Fall beide Körbchengrößen in der ermittelten Bandgröße an. Oft ist auch ein Wechsel der Bandgröße bei gleichzeitiger Anpassung des Körbchens nötig (sog. „Sister-Sizing“). Beispiel: Eine 80C ist im Volumen ähnlich einer 85B oder 75D, aber das Band ist jeweils weiter oder enger.

Warum rutscht mein BH hinten immer hoch?

Das ist das klassische Zeichen für ein zu weites Band. Das Band ist nicht straff genug, um Halt zu geben, und sucht sich den engsten Punkt Ihres Oberkörpers, der oft höher liegt. Gehen Sie eine Bandgröße runter und passen Sie dafür das Körbchen eine Größe hoch (z.B. von 90B auf 85C).

Meine Brüste quellen an den Seiten aus dem BH. Was tun?

Das deutet auf ein zu kleines oder falsch geformtes Körbchen hin. Probieren Sie eine größere Körbchengröße (z.B. von 80C auf 80D) oder einen BH mit höheren Seitenteilen und mehr seitlicher Führung.

Gibt es Unterschiede bei der Messung für größere Busen?

Das Grundprinzip bleibt gleich. Bei größeren Brustvolumen (ab Körbchen F) ist die präzise Messung des Unterbrustumfangs unter straff anliegendem Band noch wichtiger, da hier die tragende Funktion des Bandes entscheidend ist. Fachgeschäfte mit Spezialisierung auf Großgrößen sind hier die beste Anlaufstelle.

Zusammenfassung und wichtigste Tipps

  1. Messen Sie korrekt: Unterbrustumfang straff, Brustumfang locker, immer beim Ausatmen.
  2. Verstehen Sie die Systeme: Die Differenz bestimmt das Körbchen, der Unterbrustumfang (ggf. mit Korrektur) die Bandgröße – aber es gibt keine weltweite Einheitstabelle.
  3. Vertrauen Sie nie blind einer Größe: Die ermittelte Größe (z.B. 80C) ist nur ein Ausgangspunkt für die Anprobe.
  4. Berücksichtigen Sie die Marke: Jeder Hersteller hat eigene Passformen. Nutzen Sie herstellerspezifische Tabellen.
  5. Denken Sie an die Form: Wählen Sie den BH-Schnitt (Balconette, Vollschale etc.) passend zu Ihrer individuellen Brustform.
  6. Checken Sie den Sitz: Band waagerecht und straff, kein Überquellen, Steg liegt an, Träger schneiden nicht ein.
  7. Lassen Sie sich beraten: Eine profession

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