Beauty-Tipps 2017: Der vollständige Rückblick & zeitlose Ratgeber
Einleitung: Ein Jahr der Kontraste und des natürlichen Glows
Das Jahr 2017 markierte in der Schönheitsindustrie eine spannende Wende: weg von stark konturierten, perfekt maskierenden Looks hin zu einer Feier der Individualität und gesunder Haut. Der Fokus verlagerte sich von strengen Regeln zu spielerischem Selbstausdruck, wobei „Skinimalism“ – also weniger ist mehr – seine ersten Vorboten schickte. Dieser Artikel blickt zurück auf die prägenden Trends, Produkte und Routinen von 2017, korrigiert verbreitete Mythen und ordnet die damaligen Empfehlungen aus heutiger Sicht ein. Viele der damals etablierten Grundsätze sind nach wie vor gültig, während sich andere als kurzlebige Hypes entpuppten. Egal, ob Sie damals aktiv dabei waren oder nun historische Einblicke suchen, dieser Guide zeigt Ihnen, was 2017 wirklich ausmachte und welche Tipps die Zeit überdauert haben.
Der vollständige Ratgeber zu den Beauty-Trends 2017
Aspekt 1: Hautpflege – Der Aufstieg der „Skin First“-Philosophie
2017 wurde die Grundlage für die moderne Hautpflege gelegt. Statt Make-up zu priorisieren, rückte die Pflege der Haut selbst in den Mittelpunkt. Das Ziel war ein gesunder, strahlender „Skin Glow“, der von innen kam. Die viel zitierte 10-Schritte-Routine aus Korea beeinflusste den Markt, doch gleichzeitig etablierte sich ein bewussterer, auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmter Ansatz.
- Tägliche Doppelreinigung (Double Cleansing): Dieser aus Korea importierte Schritt wurde 2017 zum absoluten Must-Have. Zuerst wird ein ölbasierter Reiniger verwendet, um Make-up, Sonnencreme und überschüssiges Sebum zu lösen. Anschließend folgt ein wasserbasierter Reiniger (Gel oder Schaum), um restliche Verunreinigungen zu beseitigen. Dies ist effektiver als das einfache Reinigen und schonender für die Hautbarriere.
- Gezielter Feuchtigkeitsschutz (Hydration & Moisture): Man verstand zunehmend den Unterschied zwischen Hydration (Wasserzufuhr) und Moisture (Abdichtung mit Ölen/Cremes). Hyaluronsäure-Seren erlebten einen enormen Boom, um die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen. Anschließend wurde mit einer Creme die Feuchtigkeit eingeschlossen. Leichte Gel-Cremes waren besonders im Sommer beliebt.
- Sanfte Exfoliation (Chemical vs. Physical): Der Trend ging klar weg von groben Peelings (physical scrubs) hin zu chemischen Peelings mit AHAs (wie Glykolsäure) und BHAs (wie Salicylsäure). Diese wurden ein- bis zweimal pro Woche angewendet, um Poren zu verfeinern, die Zellerneuerung anzuregen und die Hauttextur zu glätten, ohne sie mechanisch zu reizen.
Pflanzenöle waren weiterhin populär, jedoch mit differenzierter Betrachtung. Arganöl blieb ein beliebtes, nährstoffreiches Öl für trockene Haut und Haare. Johannesbeerenöl (nicht „Johannesbaumsamenöl“) wurde aufgrund seines hohen Gehalts an Linolsäure und Vitamin C als „Superfood“ für fettige und zu Unreinheiten neigende Haut gefeiert, da es nicht komedogen wirkt und die Hautbarriere stärkt. Ein weiterer Star war Hagebuttenkernöl für seine regenerierenden und Narben mindernden Eigenschaften.
Aspekt 2: Make-up – Glow, Matte Lippen und Statement-Brows
Das Make-up 2017 war von Kontrasten geprägt: strahlende, fast nasse Haut traf auf ultra-matte Lippen. Der Look sollte frisch und natürlich wirken, aber dennoch definiert sein.
- Stoned & Glowy Skin: Der „Highlight“-Trend erreichte seinen Höhepunkt. Es ging nicht mehr nur um dezente Highlights auf den Wangenknochen, sondern um einen all-over Glow, der an feuchte, frische Haut erinnerte. Flüssige und Cremé-Highlighter wurden auf die Wangenknochen, den Nasenrücken, das Schlüsselbein und sogar auf die Augenlider aufgetragen. Der „Dewy Finish“ war das erklärte Ziel.
- Ultra-Matte Lippenstifte (Liquid Lipsticks): Nach Jahren des Glosses dominierten matte, langanhaltende Liquid Lipsticks den Markt. Farben wie „Dusty Rose“, „Terrakotta“ und „Taupe“ waren angesagt. Der Nachteil: Viele Formeln waren extrem austrocknend, was zu rissigen Lippen führte – ein heute korrigierter Aspekt durch feuchtigkeitsspendende Matte-Formeln.
- Augenbetonung – Smokey Eyes & Metallics: Während der „No-Makeup“-Look für den Alltag populär war, setzte man abends auf intensive Augen. Kupfer-, Bronze- und Roségold-Töne in metallischen oder satinierten Finishes waren die Stars. Der „Soft Smokey Eye“ in diesen warmen Tönen ersetzte oft den klassischen schwarzen Smokey Eye.
- Statement-Augenbrauen: Die Ära der ultra-dünnen Brauen war endgültig vorbei. 2017 wurden volle, natürlich geformte Augenbrauen gefeiert („Bushy Brows“). Sie wurden mit Gel oder Pomade nach oben gekämmt und in Form gebracht, um einen wachen, jugendlichen Look zu kreieren.
Die beliebtesten Produktformen waren tatsächlich Make-up-Sticks (für Foundation, Concealer, Blush), die für schnelle, blendbare Anwendung und Reisefreundlichkeit standen, sowie gebundene Pudergrundierungen (Pressed Powder Foundation), die für einen natürlichen bis voll deckenden Finish geschätzt wurden. Der Begriff „Make-up-Powder“ ist zu unspezifisch.
Aspekt 3: Behandlung von Hautproblemen – Der Beginn der „aktiven Wirkstoffe“
Die Behandlung spezifischer Hautprobleme wurde 2017 wissenschaftlicher. Statt nur Symptome zu kaschieren, setzte man auf Inhaltsstoffe, die die Hautbiologie positiv beeinflussen.
- Akne im Sommer & ganzjährig: Die Empfehlung lautete, auf ölfreie (non-comedogene), leichte Formulierungen umzusteigen. Der entscheidende Inhaltsstoff war Salicylsäure (BHA), die fettlöslich ist und tief in die Poren eindringt, um sie von innen zu reinigen. Niacinamid gewann als beruhigender, entzündungshemmender und die Barriere stärkender Wirkstoff an Bedeutung. Die pauschale Aussage „Make-up, das nicht poriengrundend ist“ ist irreführend; korrekt ist die Empfehlung für „nicht-komedogene“ (porenverstopfende) Formeln.
- Beruhigung bei Hautirritationen: Bei Hautausschlag oder Rötungen wurden Produkte mit beruhigenden Inhaltsstoffen wie Centella Asiatica (Cica), Panthenol, Aloe Vera und Ceramiden empfohlen. Antioxidantien wie Vitamin C und E dienten primär dem Schutz vor Umweltschäden und der Unterstützung der Regeneration, waren aber nicht das Mittel der ersten Wahl zur akuten Heilung von Ausschlägen.
- Vitamin C (Ascorbic Acid): Die Integration von Vitamin C in die morgendliche Routine wurde zum Goldstandard. Es schützt vor freien Radikalen, hellt Hyperpigmentierungen auf und unterstützt die Kollagenproduktion. Stabile, gut formulierte Seren mit L-Ascorbinsäure oder deren Derivaten wurden empfohlen. Die Aussage „C-Gelee“ ist veraltet; hochwertige Seren in lichtundurchlässigen Verpackungen waren die Norm.
Beliebte Produktkategorien waren neben chemischen Peelings vor allem Sheet Masks (Gel- oder Stoffmasken), die einen intensiven Feuchtigkeitsschub boten, und Peeling-Seren mit den genannten AHAs/BHAs für die regelmäßige, sanfte Exfoliation. „Peeling-Gels“ mit abrollenden Partikeln verloren an Bedeutung.
Praktische Tipps & Lifestyle-Integration 2017
Das Schönheitsverständnis 2017 ging über reine Produktanwendung hinaus und bezog den Lebensstil mit ein.
- Die richtige BH-Passform: Die korrekte BH-Größe ist zeitlos wichtig. 2017 wurde betont, dass bis zu 80% der Frauen die falsche Größe tragen. Eine professionelle Anpassung (Fitting) kann die Silhouette verbessern und Rückenschmerzen vorbeugen. Die Reinigung nach *jedem* Tragen ist jedoch übertrieben und kann das Material schädigen; die Empfehlung lautet, BHs nach 2-3 Tragetagen zu waschen, je nach Aktivität.
- Tools & Technologie: Gesichtsreinigungsbürsten (wie Clarisonic) waren auf dem Höhepunkt ihrer Popularität, wurden aber zunehmend kritisch hinterfragt, da sie bei zu häufiger oder falscher Anwendung die Hautbarriere schädigen können. Jade-Roller und Gua-Sha-Steine kamen als Werkzeuge für die Lymphdrainage und Serum-Verteilung in Mode.
- Nachhaltigkeit wird ein Thema: Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit begann in der Beauty-Branche zu wachsen. Konsumenten suchten vermehrt nach Marken mit Clean Beauty-Ansatz (Vermeidung bestimmter umstrittener Inhaltsstoffe), recycelbaren Verpackungen und ethischen Lieferketten. „Organic-Cremes“ waren gefragt, doch der Fokus lag stärker auf „natürlichen“ und „tierversuchsfreien“ Formulierungen. Der Begriff „Recycling-Produkte“ ist ungenau; gemeint waren Produkte aus recycelten Materialien oder mit nachfüllbaren Verpackungen.
- Ernährung als Beauty-Booster: Der Zusammenhang „Du bist, was du isst“ wurde prominent thematisiert. Knochenbrühe (Bone Broth) für Kollagen, grüne Smoothies für Antioxidantien und ausreichend Wasser für die Hydration waren angesagte Tipps.
Heutige Bewertung der Trends von 2017
Viele Trends von 2017 haben sich weiterentwickelt oder wurden korrigiert. Der Fokus auf gesunde Haut („Skinimalism“) ist stärker denn je. Während ultra-matte Lippenstifte an Popularität verloren haben, sind gebräunte Hauttöne und der Glow geblieben. Die Erkenntnis über die Wichtigkeit der Hautbarriere hat dazu geführt, dass aggressive Reinigung und Über-Exfoliation heute kritisch gesehen werden. Die damals beginnende CBD-Welle hat sich etabliert, und die Nachhaltigkeitsbewegung ist heute ein Haupttreiber der Industrie. Die Tipps von 7 Jahren sollten daher mit dem Wissen von heute angepasst werden: Sanftheit, Konsistenz und individuelle Bedürfnisse stehen über kurzlebigen Hypes.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was waren die wichtigsten Beauty-Trends 2017?
Die prägendsten Trends waren der intensive „Dewy Skin Glow“ mit flüssigen Highlightern, ultra-matte Liquid Lipsticks in erdigen Tönen, volle, natürlich geformte Augenbrauen („Bushy Brows“) und der Fokus auf eine mehrstufige, präzise Hautpflege (Double Cleansing, chemische Exfoliation, Vitamin C Seren).
Wie hat sich die Hautpflege-Routine 2017 von früher unterschieden?
Sie wurde deutlich strukturierter und wissenschaftsbasierter. Statt einer einfachen „Reinigen-Eincremen“-Routine setzte sich die aus Korea inspirierte, schrittweise Pflege durch. Besonders die Doppelreinigung, der gezielte Einsatz von Seren mit aktiven Wirkstoffen (Hyaluron, Vitamin C, Niacinamid) und die regelmäßige, aber sanfte chemische Exfoliation wurden zu neuen Grundpfeilern.
Welche Make-up-Looks waren 2017 absolut angesagt?
Angesagt waren der „No-Makeup-Makeup-Look“ mit viel Hautglanz und wenig Deckkraft, kontrastiert durch einen matten, nackten Lippenstift in Mauve- oder Terrakotta-Tönen. Für die Augen waren metallische Lidschatten in Kupfer und Bronze sowie der weiche, farbige Smokey Eye charakteristisch. Stark konturierte Gesichter (wie 2016) waren out.
Wie ging man 2017 mit öliger Haut und Akne um?
Der Ansatz wurde smarter: Statt austrocknender Produkte setzte man auf ölfreie, nicht-komedogene Feuchtigkeitscremes und chemische Exfolianten wie Salicylsäure (BHA), die in die Poren eindringt. Niacinamid wurde als Wunderwirkstoff für fettige Haut entdeckt, da es die Talgproduktion reguliert und die Hautbarriere stärkt, ohne auszutrocknen.
Stimmt es, dass Pflanzenöle wie Arganöl 2017 für alle Hauttypen empfohlen wurden?
Nein, diese pauschale Aussage ist falsch. 2017 herrschte bereits ein differenziertes Verständnis. Arganöl, reich an Vitamin E und Fettsäuren, wurde vor allem für trockene und reife Haut empfohlen. Für fettige und zu Unreinheiten neigende Haut waren leichtere, linolsäurereiche Öle wie Johannisbeerenöl oder Hagebuttenkernöl die erste Wahl, da sie nicht komedogen wirken.
Wie integrierte man Vitamin C 2017 korrekt in die Routine?
Vitamin C wurde primär als morgendliches Serum nach der Reinigung und vor der Feuchtigkeitspflege angewendet. Dies schützt die Haut den Tag über vor freien Radikalen durch UV-Strahlung und Umweltverschmutzung. Man achtete auf stabile Formulierungen (oft in dunklen Glasflaschen) mit einem p H-Wert unter 3,5 für maximale Wirksamkeit der reinen L-Ascorbinsäure.
Welche Beauty-Tipps von 2017 gelten heute noch als aktuell und korrekt?
Zeitlos aktuell sind: die Bedeutung der täglichen Sonnencreme als beste Anti-Aging-Maßnahme, die Wichtigkeit einer sanften Reinigung, die Verwendung von chemischen anstelle von groben mechanischen Peelings, der Fokus auf die Stärkung der Hautbarriere und die Erkenntnis, dass gesunde Ernährung und ausreichend Schlief fundamentale Auswirkungen auf das Hautbild haben. Der Trend zu individueller Pflege statt Einheitslösungen hat sich seither nur verstärkt.
