BH-Größe richtig messen: Der ultimative Guide für die perfekte Passform

BH-Größe richtig messen: Der ultimative Guide für die perfekte Passform

Einleitung: Warum die richtige BH-Größe so wichtig ist

Die richtige BH-Größe ist nicht nur entscheidend für Komfort und Stil, sondern auch für die Gesundheit Ihres Körpers. Ein schlecht sitzender BH kann zu Rückenschmerzen, Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich, Hautirritationen und sogar Kopfschmerzen führen. Studien zeigen, dass ein erstaunlich hoher Prozentsatz von Frauen eine falsche BH-Größe trägt, oft ohne es zu wissen. Dies führt nicht nur zu Unbehagen, sondern kann auch die Silhouette negativ beeinflussen und das Selbstbewusstsein mindern. In diesem umfassenden Ratgeber zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihre BH-Größe präzise und korrekt selbst messen können. Wir korrigieren weit verbreitete Irrtümer, liefern Ihnen alle notwendigen Informationen und geben praktische Tipps, um endlich den perfekt sitzenden BH zu finden, der Sie optimal unterstützt und ein rundum gutes Gefühl vermittelt.

Die Grundlagen: Aus welchen Teilen setzt sich eine BH-Größe zusammen?

Bevor Sie mit dem Messen beginnen, ist es essenziell, die beiden Komponenten einer BH-Größe zu verstehen. Jede BH-Größe, wie beispielsweise 75C, besteht aus einer Zahl und einem Buchstaben. Diese beiden Werte sind unabhängig voneinander und müssen separat ermittelt werden.

  • Die Zahl (z.B. 75): Die Unterbrustweite oder Bandgröße. Diese Zahl, auch „Rückenweite“ genannt, gibt den Umfang Ihres Brustkorbs direkt unter der Brust in Zentimetern an. Sie ist das Fundament für den Halt des BHs.
  • Der Buchstabe (z.B. C): Die Körbchengröße. Dieser Buchstabe gibt das Volumen des Körbchens an. Er wird nicht absolut, sondern relativ zur Unterbrustweite bestimmt. Das bedeutet: Ein C-Körbchen bei Größe 75 hat ein anderes Volumen als ein C-Körbchen bei Größe 85.

Die gängige Annahme, dass die Körbchengröße unabhängig von der Unterbrustweite ist, ist ein großer Irrtum. Die Kombination aus beidem definiert Ihre individuelle Größe.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So messen Sie Ihre BH-Größe korrekt

Für ein genaues Ergebnis benötigen Sie lediglich ein flexibles, nicht dehnbares Maßband (z.B. ein Schneiderbandmaß) und etwa fünf Minuten Zeit. Messen Sie am besten direkt auf der Haut, ohne Kleidung oder in einem dünnen, ungepolsterten BH. Stehen Sie dabei aufrecht, mit entspannten Armen an der Seite, und atmen Sie normal.

Schritt 1: Den Unterbrustumfang messen

Legen Sie das Maßband straff und absolut horizontal um Ihren Brustkorb, direkt unter Ihrer Brust. Es sollte parallel zum Boden verlaufen. Achten Sie darauf, dass es nicht einschneidet, aber auch nicht locker sitzt. Atmen Sie aus und lesen Sie den Wert in Zentimetern ab. Wichtig: Dieser Wert wird nun auf die nächstgelegene gerade Zahl gerundet. Beispiel: Gemessene 73 cm werden zu 75, gemessene 88 cm werden zu 90. Dies ergibt Ihre Bandgröße (65, 70, 75, 80, 85, 90…). Es handelt sich hier nicht um starre 5-cm-Schritte, sondern um eine gerundete Messung, die in der Größenreihe typischerweise in 5-cm-Intervallen vorliegt.

Schritt 2: Den Brustumfang messen

Legen Sie das Maßband nun locker und horizontal um den vollen Busen an seiner stärksten Stelle. Dies ist meist auf Höhe der Brustwarzen. Das Band sollte die Brust nicht eindrücken oder verformen, sondern nur sanft aufliegen. Achten Sie wieder auf einen geraden Sitz parallel zum Boden. Lesen Sie auch diesen Wert in Zentimetern ab. Dies ist Ihr Brustumfang.

Schritt 3: Die Körbchengröße berechnen

Subtrahieren Sie nun den (gerundeten) Unterbrustumfang vom gemessenen Brustumfang. Die Differenz in Zentimetern bestimmt Ihren Körbchenbuchstaben.

Berechnungsformel: Brustumfang – Unterbrustumfang = Differenz in cm → Körbchengröße

Die in Deutschland gebräuchlichste und verbreitetste Umrechnungstabelle ist:

  • Differenz 12-13 cm: Körbchengröße A
  • Differenz 14-15 cm: Körbchengröße B
  • Differenz 16-17 cm: Körbchengröße C
  • Differenz 18-19 cm: Körbchengröße D
  • Differenz 20-21 cm: Körbchengröße E
  • Differenz 22-23 cm: Körbchengröße F
  • usw.

Wichtiger Hinweis: Diese Tabelle ist kein in Stein gemeißeltes Gesetz. Die Zuordnung kann je nach Hersteller, Schnitt und sogar Land variieren. Eine Differenz von 15 cm kann in manchen Systemen also einem B-Körbchen, in anderen einem C-Körbchen entsprechen. Ihre selbst ermittelte Größe ist daher immer ein wichtiger Ausgangspunkt für die Anprobe.

Schritt 4: Die BH-Größe notieren

Kombinieren Sie nun die gerundete Unterbrustweite (Zahl) mit dem ermittelten Körbchenbuchstaben. Beispiel: Unterbrustweite 80 cm, Differenz 17 cm → Größe 80C.

Häufige Fehlerquellen und Irrtümer beim BH-Messen

Viele Frauen machen unbewusst Fehler bei der Selbstmessung, die zu falschen Größen führen. Hier sind die wichtigsten Fallstricke:

  • Messen über der Kleidung: Auch dünne Shirts oder bestehende BHs können das Maßband anheben und das Ergebnis um mehrere Zentimeter verfälschen. Messen Sie immer auf der Haut.
  • Falsche Körperhaltung: Ein gekrümmter Rücken oder angehobene Arme verändern die Maße. Stehen Sie gerade und lassen Sie die Arme hängen.
  • Zu lockeres oder zu straffes Maßband: Das Band sollte beim Unterbrustumfang straff, aber nicht einschneidend sitzen. Beim Brustumfang liegt es nur sanft an.
  • Veraltete Maße: Der Körper verändert sich durch Gewichtsschwankungen, Hormone (z.B. während des Zyklus, in der Schwangerschaft oder Menopause), Sport oder Alter. Es wird empfohlen, die BH-Größe alle 1-2 Jahre neu zu überprüfen.
  • Starres Vertrauen in eine einmal gemessene Größe: Wie erwähnt, gibt es Herstellervarianzen. Sie können in einer Marke 75C und in einer anderen 80B tragen. Die Anprobe ist unerlässlich.

Woran erkenne ich, dass mein BH nicht passt? Die wichtigsten Warnsignale

Ihr aktueller BH sendet Ihnen klare Signale, wenn er nicht die richtige Größe hat. Achten Sie auf diese typischen Probleme:

  • Das BH-Band rutscht nach oben: Wenn Sie die Arme heben und das Band im Rücken hochwandert, ist es zu weit. Die Bandgröße ist wahrscheinlich zu groß.
  • Die Träger schneiden ein oder rutschen ab: Einschneidende Träger deuten oft auf eine zu kleine Körbchengröße oder falsch eingestellte Trägerlänge hin. Rutschen sie ständig ab, kann das Band zu weit sein oder die Körbchen passen nicht zur Brustform.

  • Brustgewebe quillt an den Seiten, oben oder unten heraus („Back Fat“ / „Überfall“): Dies ist ein deutliches Zeichen für ein zu kleines Körbchen oder eine falsche Form. Der BH umschließt die Brust nicht vollständig.
  • Der Bügel steht vorne nicht am Brustbein an: Der Mittelsteg sollte flach auf dem Brustbein aufliegen. Steht er ab, ist der BH zu klein oder zu flach.
  • Der Bügel drückt seitlich in das Brustgewebe: Der BH ist zu schmal oder die Körbchengröße ist zu klein.
  • Fehlende Unterstützung und Form: Wenn die Brust nach dem Anziehen nicht angehoben und geformt aussieht, bietet der BH nicht genug Halt. Die Bandgröße könnte zu groß oder der BH verschlissen sein.

Das Geheimnis der „Sister Sizes“ (Schwestern-Größen)

Ein zentrales und oft missverstandenes Konzept sind die sogenannten „Sister Sizes“ oder Schwestern-Größen. Da die Körbchengröße relativ zur Bandgröße ist, können ähnliche Passformen mit unterschiedlichen Größenkombinationen erreicht werden. Das Prinzip: Verringert man die Bandgröße, muss man das Körbchenvolumen erhöhen, und umgekehrt.

Beispiel: Eine Frau mit der Größe 75C hat ähnliche Passform-Optionen in den Sister Sizes 80B und 70D.

Die Bandgröße 80 ist größer als 75, also wird das Körbchenvolumen (B) etwas kleiner gewählt. Die Bandgröße 70 ist kleiner als 75, also wird das Körbchenvolumen (D) größer gewählt, um das gleiche Brustvolumen unterzubringen.

Dieses Wissen ist nützlich, wenn:

  • Ihre Standardgröße in einem bestimmten Modell nicht verfügbar ist.
  • Sie zwischen zwei Größen stehen (z.B. das Band von 75 passt, aber das Körbchen C ist etwas zu klein – probieren Sie 80B).
  • Sie eine andere Passform im Band bevorzugen (enger/weiter).

Achtung: Sister Sizes sind keine perfekten Ersatzgrößen, sondern eine Annäherung. Die Proportionen und der Sitz des BHs können sich leicht ändern.

Die Rolle von Brustform, BH-Typ und Material

Die korrekte Größe ist das eine, die passende Form und das richtige Modell das andere. Unterschiedliche Brustformen (z.B. schmal stehend, seitlich ausladend, tropfenförmig) benötigen unterschiedliche BH-Modelle für optimalen Sitz und Komfort.

Gängige BH-Typen und ihre Bestimmung:

  • Bügel-BH (Unterwired): Bietet die beste Formgebung und Unterstützung für fast alle Brustgrößen. Der Bügel sollte der Brustumrundung exakt folgen.
  • Softcup-BH (Ohne Bügel): Sehr bequem, bietet oft weniger Formgebung und Hebung. Ideal für kleinere bis mittlere Brüste oder für den Komfort.
  • Push-up-BH: Verfügt über Polsterungen (meist unten/seitlich), um die Brust anzuheben und mehr Dekolleté zu formen. Vergrößert optisch das Volumen.
  • Balken-BH (Full Cup): Umschließt die Brust vollständig mit einem höheren Ausschnitt. Ideal für größere Brüste, bietet maximäre Abdeckung und Unterstützung.
  • BH ohne Träger (Strapless): Wichtig ist ein perfekt sitzendes, oft verstärktes Band, das nicht rutscht. Oft muss man hier eine kleinere Bandgröße wählen.
  • Sport-BH: Sollte die Brust bei Bewegung minimalem Druck aussetzen und festhalten. Die Größenbestimmung folgt oft anderen Kriterien (XS-XL oder spezielle Cup-Größen).

Die Bedeutung des Materials:

  • Baumwolle (Cotton): Atmungsaktiv, hautfreundlich und pflegeleicht. Ideal für den Alltag und empfindliche Haut.
  • Spitze (Lace): Elegant und feminin. Moderne Spitzen sind oft weich und bequem. Kann weniger dehnbar sein als andere Materialien.
  • Mikrofaser: Sehr weich, glatt, strapazierfähig und oft schnelltrocknend. Eine beliebte Wahl für Alltags-BHs.
  • Seide/Satin: Luxuriös und glatt, erfordert aber spezielle Pflege.
  • Elasthan-/Lycra-Anteil: Ist in fast allen modernen BHs enthalten und sorgt für die notwendige Dehnbarkeit und Rückformung des Materials.

Wann Sie eine professionelle Beratung in Anspruch nehmen sollten

Die Selbstmessung ist ein hervorragender erster Schritt. In folgenden Fällen ist jedoch eine professionelle Messung und Beratung in einem Fachgeschäft (z.B. einem Corsèterie-Fachgeschäft oder einer Wäscheabteilung mit geschultem Personal) dringend zu empfehlen:

  • Wenn Sie sich trotz Selbstmessung unsicher sind.
  • Bei sehr großen (z.B. über Körbchen F) oder sehr kleinen Brüsten.
  • Bei besonderen Brustformen (z.B. starke Seitendifferenz zwischen linker und rechter Brust, tubuläre Brustform).
  • Nach Operationen im Brustbereich (z.B. Brustvergrößerung, -verkleinerung, Mastektomie).
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, wo sich Größe und Form schnell ändern.
  • Wenn Sie chronische Rücken- oder Schulterschmerzen haben, die eventuell mit der BH-Unterstützung zusammenhängen.

Eine erfahrene Verkäuferin kann nicht nur messen, sondern auch die Form beurteilen und passende Modelle empfehlen.

Praktische Tipps für den Kauf und die Pflege

  1. Immer anprobieren! Nehmen Sie sich Zeit und probieren Sie in der ermittelten Größe sowie den benachbarten Sister Sizes mehrere Modelle an.
  2. Den „Sitz-Check“ durchführen: Bücken Sie sich im Anproberaum, strecken Sie die Arme aus. Rutscht etwas? Sitzt das Band noch perfekt? So testen Sie den Halt unter Bewegung.
  3. Am engsten Haken schließen: Ein neuer BH sollte am lockersten Haken geschlossen werden. Da sich das Material mit der Zeit dehnt, können Sie ihn dann enger schnallen.
  4. Pflege

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