Wie finde ich meine richtige BH-Größe? Der ultimative Guide

Wie finde ich meine richtige BH-Größe? Der ultimative Guide

Die richtige BH-Größe zu finden, ist mehr als nur eine Frage der Mode – sie ist essenziell für Komfort, Gesundheit und ein natürliches, selbstbewusstes Auftreten. Ein gut sitzender BH stützt optimal, verhindert Rückenschmerzen und lässt Kleidung einfach besser fallen. Doch die Suche danach gestaltet sich für viele Frauen überraschend schwierig. Fachhändler und Studien weisen seit Jahren auf eine hohe Fehlquote hin. Dieser umfassende Guide führt Sie Schritt für Schritt durch die korrekte Messung, erklärt die Systematik der Größen und gibt Ihnen wertvolle Profi-Tipps für die perfekte Passform an die Hand.

Warum die richtige BH-Größe so wichtig ist

Ein BH, der nicht richtig passt, ist mehr als nur ein kleines Ärgernis. Er kann auf Dauer gesundheitliche Folgen haben. Ein zu enger Bund schneidet ein, behindert die Atmung und kann Verdauungsprobleme begünstigen. Zu schmale Träger graben sich in die Schultern, verursachen Schmerzen und können sogar Nerven reizen. Ein zu kleiner Cup quetscht das Brustgewebe, was unangenehm ist und die Haut schädigen kann. Ein zu großer Cup bietet keine Stütze, was insbesondere bei größerer Oberweite zu Verspannungen im Nacken- und Rückenbereich führen kann. Die richtige Größe bedeutet daher vor allem: Wohlbefinden und Unterstützung für Ihren Körper.

Die Grundlagen: So setzt sich eine BH-Größe zusammen

Die deutsche bzw. europäische BH-Größe besteht immer aus einer Kombination von zwei Elementen: einer Zahl und einem Buchstaben (z.B. 75B). Diese beiden Komponenten werden durch zwei separate Messungen ermittelt:

  • Die Zahl (z.B. 70, 75, 80): Sie steht für den Unterbrustumfang in Zentimetern und bestimmt die Bandgröße (den „Rahmen“ des BHs).
  • Der Buchstabe (z.B. A, B, C, D): Er steht für die Cup-Größe (Körbchengröße) und wird aus der Differenz zwischen Brust- und Unterbrustumfang berechnet. Er definiert das Volumen des Cups.

Wichtig zu verstehen: Die Cup-Größe ist immer relativ zur Unterbrustweite. Das bedeutet: Eine Frau mit der Größe 75B hat ein anderes Brustvolumen als eine Frau mit der Größe 80B. Der Buchstabe B beschreibt hier das Verhältnis, nicht ein absolutes Volumen.

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So messen Sie Ihre BH-Größe korrekt – Schritt für Schritt

Alles, was Sie benötigen, ist ein flexibles, nicht dehnbares Maßband (z.B. ein Schneiderband) und etwa fünf Minuten Zeit. Tragen Sie bestenfalls einen ungepolsterten BH oder gar keinen.

Schritt 1: Den Unterbrustumfang messen (für die Zahl)

Stellen Sie sich aufrecht hin, mit geradem Rücken und entspannten Schultern. Atmen Sie normal aus. Legen Sie das Maßband straff und waagerecht direkt unter Ihrer Brust, an der Stelle, wo später der BH-Bund sitzen soll. Es sollte eng anliegen, ohne jedoch einzuschneiden oder die Haut zu quetschen. Notieren Sie den Wert in Zentimetern. Ist die Zahl ungerade (z.B. 73, 79), runden Sie in der Regel auf zur nächsten geraden Zahl. Aus 73 cm wird also die BH-Bandgröße 75.

Beispiel-Messung: Gemessener Unterbrustumfang = 73 cm → BH-Bandgröße = 75.

Schritt 2: Den Brustumfang messen (für den Buchstaben)

Bleiben Sie in der gleichen, aufrechten Haltung. Legen Sie das Maßband locker und waagerecht um den vollsten Teil Ihrer Brust. Meistens ist dies auf Höhe der Brustwarzen. Achten Sie darauf, dass das Band nicht einschneidet und im Rücken nicht nach oben rutscht. Es sollte gerade und parallel zum Boden verlaufen. Notieren Sie auch diesen Wert in Zentimetern.

Beispiel-Messung: Gemessener Brustumfang = 88 cm.

Schritt 3: Die Cup-Größe berechnen

Nun ermitteln Sie die Differenz zwischen Ihrem Brustumfang und Ihrem Unterbrustumfang. Diese Differenz entspricht einem Buchstaben.

Berechnungsformel: Brustumfang minus Unterbrustumfang = Differenz → Cup-Größe.

Setzen wir das Beispiel fort: 88 cm (Brustumfang) – 73 cm (Unterbrustumfang) = 15 cm Differenz.

Diese Differenz ordnen Sie nun einer Cup-Größe zu. Hier die gängige europäische Umrechnungstabelle:

  • Differenz bis 10 cm → Cup AA
  • Differenz 11-12 cm → Cup A
  • Differenz 13-14 cm → Cup B
  • Differenz 15-16 cm → Cup C
  • Differenz 17-18 cm → Cup D
  • Differenz 19-20 cm → Cup E
  • Differenz 21-22 cm → Cup F
  • usw. (die Progression setzt sich alphabetisch fort, wobei Doppelbuchstaben wie DD im deutschen System unüblich sind).

Unser Beispiel-Ergebnis: Eine Differenz von 15 cm entspricht Cup C. Die ermittelte BH-Größe lautet somit 75C.

Die ermittelte Größe ist nur der Ausgangspunkt: Die Anprobe ist unerlässlich!

Die selbst gemessene und berechnete Größe (in unserem Beispiel 75C) ist ein hervorragender Startpunkt. Sie ist jedoch kein in Stein gemeißeltes Gesetz. Unterschiedliche Hersteller, Schnitte, Materialien und sogar Farben (dunkle Farben können durch den Färbeprozess enger ausfallen) führen zu Abweichungen in der Passform. Eine 75C von Marke A kann sich völlig anders anfühlen als eine 75C von Marke B. Daher ist der nächste Schritt der wichtigste: die Anprobe. Nehmen Sie immer mehrere benachbarte Größen (z.B. 75C, 80B, 75D) mit in die Kabine.

Die 5 Passform-Checks beim Anprobieren

Gehen Sie beim Anprobieren systematisch vor und kontrollieren Sie diese fünf Punkte:

  1. Der Bund (Rückenteil): Er sollte waagerecht und straff unterhalb der Schulterblätter sitzen, ohne hochzurutschen. Er muss den Großteil der Stützarbeit leisten. Test: Sie sollten bequem zwei Finger unter den Bund schieben können, aber nicht mehr. Er sollte auch ohne die Träger noch Halt geben.
  2. Der Steg (Zwischenstege): Das Verbindungsstück zwischen den beiden Cups muss flach und vollständig dem Brustbein aufliegen. Steht er ab, ist der Cup zu klein oder die Bandgröße zu groß.
  3. Die Cups: Das Brustgewebe sollte vollständig und ohne Druck in den Cups liegen. Es darf weder am oberen Rand „herausquellen“ (Cup zu klein) noch Falten werfen oder Luft enthalten (Cup zu groß). Die Brustwarze sollte etwa auf Höhe der tiefsten Stelle des Cups sein.
  4. Die Träger: Sie dienen primär der Formgebung, nicht der Hauptstütze. Sie sollten so eingestellt sein, dass sie bequem anliegen, ohne einzuschneiden. Etwa ein Finger sollte Platz zwischen Träger und Schulter haben.
  5. Der Seitenteil (unter den Achseln): Er sollte das Brustgewebe von der Seite gut umfassen und stabilisieren, ohne in die Haut zu schneiden oder zu wabbeln.

Bewegen Sie sich in dem BH: Heben Sie die Arme, beugen Sie sich vor, drehen Sie den Oberkörper. Ein gut sitzender BH verrutscht nicht und bleibt bequem.

Internationale Größenumrechnung: Ein Wirrwarr mit System

Beim Kauf im Ausland oder bei internationalen Online-Shops stoßen Sie auf andere Größensysteme. Die wichtigsten sind das UK- und das US-System. Vorsicht: Die Umrechnung ist nicht immer linear, besonders bei den Cup-Buchstaben!

  • Deutschland/Europa (EU): Systematik wie oben beschrieben (z.B. 75B).
  • Großbritannien (UK): Verwendet ebenfalls eine Inch-Angabe für den Bund (z.B. 34) und Buchstaben für den Cup. Die Cup-Progression geht jedoch anders: A, B, C, D, DD, E, F, FF, G, GG, H, HH, J… Eine 75B entspricht in etwa einer 34B im UK-System.

  • USA (US): Ähnelt dem UK-System, aber nicht identisch. Die Cup-Progression kann variieren (oft: A, B, C, D, DD/E, DDD/F, G…). Eine 75B entspricht in etwa einer 34B im US-System.
  • Frankreich (FR) & Italien (IT): Hier wird oft mit anderen Zahlen gearbeitet (z.B. 90B für eine deutsche 75B).

Wichtiger Hinweis: Verlassen Sie sich nie blind auf Umrechnungstabellen. Die genaue Passform kann stark abweichen. Nutzen Sie die Tabelle des jeweiligen Herstellers im Shop und lesen Sie Erfahrungsberichte.

Häufige Fehler und Herausforderungen bei der BH-Suche

1. Die Messhaltung

Eine gebeugte Haltung, ein eingezogener Bauch oder hochgezogene Schultern verfälschen das Messergebnis erheblich. Immer gerade und entspannt stehen.

2. Der Einfluss des hormonellen Zyklus (Schwellstände)

Viele Frauen bemerken, dass ihre Brüste im Laufe des Monatszyklus an Volumen zunehmen, oft in der zweiten Zyklushälfte vor der Menstruation. Dies kann eine ganze Cup-Größe ausmachen. Messen Sie sich daher am besten an einem „durchschnittlichen“ Tag oder notieren Sie die Schwankungen. Es kann praktisch sein, für verschiedene Zyklusphasen leicht unterschiedliche BHs zu besitzen.

3. Veränderungen des Körpers im Laufe des Lebens

Die BH-Größe ist nicht lebenslang konstant. Gewichtsveränderungen, Schwangerschaft, Stillzeit, hormonelle Umstellungen (z.B. in den Wechseljahren) oder auch Muskelaufbau im Rücken- und Brustbereich können die Maße verändern. Eine regelmäßige Neumessung – etwa alle ein bis zwei Jahre – ist daher empfehlenswert.

4. Das Festhalten an einer „alten“ Größe

Viele Frauen kaufen aus Gewohnheit immer die gleiche Größe, obwohl sich ihr Körper längst verändert hat. Gehen Sie offen an die Anprobe heran und testen Sie bewusst auch andere Größenkombinationen.

5. Die Unterschätzung der Bandgröße

Ein klassisches Phänomen ist der „Cup-Lauf“: Der Bund ist zu weit, rutscht hoch und die Träger werden straffer gezogen, um Halt zu geben. Dadurch erscheinen die Cups zu klein, obwohl in Wirklichkeit die Bandgröße reduziert und der Cup erhöht werden müsste (z.B. statt 80B vielleicht 75C).

Spezialfälle und besondere BH-Formen

  • Sport-BHs: Hier steht die Fixierung im Vordergrund. Die Größen fallen oft anders aus (oft nach Kleidergrößen S, M, L oder speziellen Sport-BH-Größen). Eine professionelle Beratung ist hier besonders wichtig.
  • Bügel-BHs vs. Bügellose BHs: Bügel-BHs geben mehr Form und Hebung. Beim Anprobieren muss der Bügel der Brustkontur folgen und darf nirgends drücken.
  • BHs für asymmetrische Brüste: Richten Sie sich nach der größeren Brust. Den Cup der kleineren Seite können Sie mit Einlagen auspolstern.
  • Minimizer-BHs: Diese speziellen Modelle verteilen das Brustgewebe seitlich und reduzieren optisch die Oberweite. Die Größenfindung kann hier abweichen.

Wann Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollten

Wenn Sie trotz aller Anleitung unsicher sind, starke Größenabweichungen zwischen verschiedenen Marken feststellen oder eine sehr spezielle Passform benötigen (z.B. bei sehr großer Oberweite), ist ein Besuch bei einem Fachgeschäft mit professioneller BH-Beratung Gold wert. Geschulte Verkäuferinnen nehmen die Maße präzise vor, kennen die Besonderheiten verschiedener Marken und helfen bei der Auswahl der optimalen Modelle für Ihre Figur.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur BH-Größe

Wie oft sollte ich meine BH-Größe neu messen?

Es wird empfohlen, die BH-Größe etwa alle ein bis zwei Jahre neu zu bestimmen. Bei starken Gewichtsveränderungen (± 5 kg), nach einer Schwangerschaft, der Stillzeit oder anderen hormonellen Umstellungen sollte umgehend eine neue Messung erfolgen.

Meine Brüste quellen oben aus dem Cup heraus. Ist der Cup zu klein?

Ja, das ist ein klassisches Zeichen für einen zu kleinen Cup. Probieren Sie die nächstgrößere Cup-Größe bei gleicher Bandgröße aus (z.B. von 75C auf 75D). Prüfen Sie auch, ob der Steg anliegt – wenn nicht, kann dies ebenfalls das „Herausquellen“ verursachen.

Der BH-Bund rutscht nach hinten hoch. Was kann ich tun?

Ein hochrutschender Bund ist fast immer ein Zeichen dafür, dass er zu weit ist. Probieren Sie eine kleinere Bandgröße aus und erhöhen Sie gleichzeitig den Cup, um das Volumen beizubehalten (z.B. von 80B auf 75C). So erhält der Bund mehr Halt.

Die Träger schneiden mir ein, obwohl sie locker eingestellt sind.

Wenn die Träger trotz lockerer Einstellung einschneiden, trägt der BH-Bund wahrscheinlich nicht genug. Er sollte 80-90% des Gewichts tragen. Verkürzen Sie die Bandgröße (siehe vorherige Frage). Sind die Träger zu schmal für Ihr Brustvolumen, können Modelle mit breiteren, gepolsterten Trägern Abhilfe schaffen.

Ich habe zwei unterschiedlich große Brüste. Nach welcher soll ich mich richten?

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